Warum Gott Nationen richtet

Eine Lehre von Wächter auf den Maueren Jerusalems

Anlässlich der Internationalen Gebetskonferenz von Fürbitter für Israel in Jerusalem im Januar 2013  sprach ich zu dem Thema „Die Gerichte Gottes“ – mit einem Schwerpunkt auf Seinen Gerichten über die Nationen heute. Gott hat Israel im Alten Testament als Beispiel dafür gebraucht, wie Er mit nationaler Sünde umgeht, besonders wenn eine Nation, die auf Seinen Gesetzen basiert, gegen Ihn rebelliert. Die Bibel macht aber die klare Aussage, dass Israels übernatürliche endzeitliche Wiederherstellung einen weiteren Faktor ins Spiel bringt: in der letzten Zeit richtet Gott die Nationen gemäß der Haltung und den Entscheidungen ihrer Regierungen und verantwortlichen Leiter hinsichtlich Seiner Verheißungen zu Israels Wiederherstellung. Mit ihr hat Gott Seine Ehre und Seinen Namen verknüpft. Sein gesamter Erlösungsplan konzentriert sich in unserer Zeit auf Israels Präsenz in dem Land, das Er ihnen verheißen hat.

Als Fürbitter stehen wir im Riss für unsere Nationen, bitten um Erbarmen wegen unsere Sünden wie: Abtreibung, sexuelle Perversion, Gewalt, Korruption, etc. Doch – haben die Fürbitter das Wurzel-Thema im Blick, das Gottes zunehmende Gerichte heute verursacht? Gegen Ungerechtigkeit zu beten, ist gut, doch führen in manchen Fällen nicht die falschen Handlungen eines Volkes Gottes Gericht herbei, sondern sie sind bereits ein Zeichen dafür, dass Gott diese Nation richtet!

Dieses eine Wurzel-Thema ist Israel. Wir sprechen hier nicht über ein paar Bibelverse sondern über buchstäblich Dutzende, die davon handeln. In meiner Botschaft konnte ich nur ein paar dieser Schriftstellen aufgreifen, doch möchte ich hier wegen der Dringlichkeit des Themas viele diesbezügliche Bibelstellen vorlegen.

Ein biblisches Verständnis dafür, wie und warum Gott Nationen richtet, ist der Gemeinde geraubt worden. Der Fürbitter, der für seine Nation und die Absichten des Königreiches Gottes im Riss stehen möchte, ist vielleicht schon von dieser falschen Lehre beeinflusst. Lasst uns ansehen und verstehen, was Gott selbst darüber sagt.

Die meisten Fürbitter kennen die Schriftstellen, die davon sprechen, wie Fürbitte Gott zum Erbarmen inmitten Seiner Gerichte bewegt.

Hes 22,30:

"Ich suchte unter ihnen, ob jemand eine Mauer ziehen und in die Bresche vor mir treten würde für das Land, damit ich’s nicht vernichten müsste; aber ich fand keinen."

Jer 5,1:

"Geht durch die Gassen Jerusalems und schaut und merkt auf und sucht auf den Straßen der Stadt, ob ihr jemand findet, der Recht übt und auf Wahrheit hält, so will ich ihr gnädig sein."

Ps 106,23:

"Und er gedachte, sie zu vertilgen, wäre nicht Mose gewesen, sein Auserwählter; der trat vor ihm in die Bresche, seinen Grimm abzuwenden, dass er sie nicht verderbe."

Gottes offenbartes Gerichtshandeln über Nationen

Gottes Gerichte sind oft wie Geburtswehen bei einer gebärenden Frau. Die Wehen fangen klein an und kommen in größeren Abständen – sie werden jedoch stärker, schmerzhafter und dichter mit der herannahenden aktuellen Geburt.

3 Mose 26,18.21.23-24.27-28

In diesen Versen warnt Gott Israel vier Mal vor Seinen Gerichten, die jedes Mal siebenfach stärker sind als die vorherigen. Vergleiche dies mit den sieben Siegeln, sieben Trompeten, sieben Donnern und sieben Schalen in der Offenbarung, die gleich einem 4x7 fachen Gericht über die Nationen sind.

Mk 13,8:

"Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere. Es werden Erdbeben geschehen hier und dort, es werden Hungersnöte sein. Das ist der Anfang der Wehen."

1 Thess 5,1-3:

"Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr -, dann wird sie das Verderben schnell überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau und sie werden nicht entfliehen."

Die Ergebnisse von Gericht sind nicht die Ursache von Gericht.

Der Leib des Messias verliert an Effektivität, wenn er die Ergebnisse von Gericht mit dessen Ursachen verwechselt. Das beschränkt uns auf das kleinere Ziel und wir behandeln die Symptome statt der Ursachen. Hier einige Ergebnisse von Gottes Gericht, die wir für die Ursachen halten könnten:

In Röm 1,18-32 spricht Paulus davon, dass eine Art des Gerichts Gottes darin besteht, dass Er Seine in Schranken haltende Gnade wegnimmt und die Menschen dem überlässt, was sie wirklich begehren, und damit die Gesellschaft ihrem eigenen Zusammenbruch überlässt, während Gott Seinen Schutz zurückzieht.

Achte hier besonders auf Vers 24:

"Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben (übergeben) in die Unreinheit, sodass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden." Vers 26a: "Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften." Vers 28: "Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, sodass sie tun, was nicht recht ist."

Hos 4,6:

Hier droht Gott wieder an, sich aus der Gesellschaft zurückzuziehen. "Mein Volk ist dahin, weil es ohne Erkenntnis ist. Denn du hast die Erkenntnis verworfen; darum will ich dich auch verwerfen, dass du nicht mehr mein Priester sein sollst. Du vergisst das Gesetz deines Gottes; darum will auch ich deine Kinder vergessen."

2 Thess 2,8-12:

Hier spricht Paulus davon, dass, weil Menschen eine aufopferungsbereite Liebe (griech. Agape) zur Wahrheit nicht akzeptieren (wie z.B. tatsächlich Zeit und Energie einsetzen, um Sein unveränderliches Wort zu lesen), ihnen Gott verführende Praktiken sendet, so dass sie die Lüge glauben. "... und dann wird der Böse offenbart werden ... Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden. Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, sodass sie der Lüge glauben, damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit."

Die Zunahme von Sünde in den Nationen ist oft ein Resultat des Gerichts Gottes – der Entfernung Seiner zurückhaltenden Gnade – aber die Ursache ist...?

Sie ist dieselbe wie bereits in der ganzen Geschichte, einer Nation nach der anderen, einem Reich nach dem anderen. Gott beschreibt die Ursache als Unglauben gegenüber dem, was Er Seinem Volk verheißen hat, der dazu führt, dass Nationen Seinen Augapfel antasten, indem sie Israel bedrängen (s.u. Sach 2). Selbst Leute aus Israel können sich in dieser Weise schuldig machen! Ja, die Mutter aller Irrlehren, die Ersatztheologie, behauptet, die Gemeinde habe Israel als Volk Gottes ersetzt, was impliziert, dass Gott selbst entweder unbeständig, vergesslich oder der Vater der Lüge ist. Wehe, wehe, wehe der Nation, deren Gemeinde aus dieser Glaubensbasis heraus handelt! Die Gemeinde in einer Nation ist deren einziger wirklicher Schutz gegen Gottes gerechte Gerichte, weil es allein die Gemeinde ist, die in Fürbitte für die Regierenden und Verantwortlichen zusammenstehen und um Gottes Erbarmen über die Menschen dieser Nation und die Erfüllung aller Verheißungen Gottes für Jakob beten kann!

1 Mose 12,3a:

"Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen (gering achten, verachten, schlecht machen)." (Kap. 27,29; 30,27 Laban wurde um Jakobs willen gesegnet; 39,5 Potiphar wurde um Josefs, Jakobs Sohn, willen gesegnet).

1 Mose 27,29 

Durch Isaak spricht Gott folgenden Segen über Isaaks Sohn Jakob aus: "Völker sollen dir dienen, und Stämme sollen dir zu Füßen fallen. Sei ein Herr über deine Brüder... Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer dich segnet!"

Ungeachtet dessen, wie Jakob zu dem Segen seines Vaters kam und ohne auch nur irgend wie das Handeln Jakobs zu billigen, verheißt Gott diesen Segen für Jakob. Erinnert euch daran, dass Gott zu Rebekka sprach als sie noch mit Jakob und Esau schwanger war, dass "der Ältere dem Jüngeren dienen solle" (1. Mose 25,23b). Und selbst als Isaak realisierte, was geschehen war, bestätigte er selbst, dass dies Gottes Wille sei (1 Mose 27,33; 28,1-4) und auch Gott Selbst bestätigte dies in 1. Mose 28,13-15.

4 Mose 24,8-9:

Bileam tut kund: "Gott, der ihn aus Ägypten geführt hat, ist für ihn wie das Horn des Wildstiers. Er wird die Völker, seine Verfolger, auffressen und ihre Gebeine zermalmen und mit seinen Pfeilen zerschmettern. Er hat sich hingestreckt, sich niedergelegt wie ein Löwe und wie ein junger Löwe — wer will ihn aufstören? Gesegnet sei, wer dich segnet, und verflucht, wer dich verflucht."

Jes 60,12:

"Denn welche Völker oder Königreiche dir nicht dienen wollen, die sollen umkommen und die Völker verwüstet werden." Hier ist der Kontext, das Israel nach seiner Zerstreuung unter die Nationen von Gott wiederhergestellt wird (bemerke: der Gemeinde wird prophezeit zu helfen. s. Jes 60:6,9).

Joel 4,1-2:

Und wieder ist der prophetische Kontext Israels Sammlung und endzeitliche Wiederherstellung. Dies eine der relevantesten Bibelverse in Bezug auf den gegenwärtigen politischen Prozess der "Zwei-Staaten-Lösung" und der "Land-für-Frieden" Politik, in die ein Großteil der Welt Israel hineindrängen und ihr aufzwingen wollen. Doch diese Verse sind eine deutliche Drohung von Gott, jeden und alle Nationen zu richten, die Sein Land teilen. "Denn siehe, in jenen Tagen und zur selben Zeit, da ich das Geschick Judas und Jerusalems wenden werde, will ich alle Heiden zusammenbringen und will sie ins Tal Joschafat (Jahwe hat gerichtet) hinabführen und will dort mit ihnen rechten (das Urteil über sie aussprechen) wegen meines Volks und meines Erbteils Israel, weil sie es unter die Heiden zerstreut und sich in mein Land geteilt (und/oder geplündert) haben..." Wir haben beim Gaza-Abzug und der Rückgabe von Gebieten an die Palästinensischen Autoritäten um des Friedens willen erlebt, wie Israel selbst gerichtet worden ist, als es Gottes Land geteilt hat. Israels Gericht: Terrorismus und Raketen.

Sach 2,11-12:

Als Gott Israel dringend auffordert, Babylon zu verlassen, beschreibt er, wie Er die Beziehung zu Israel ‚sieht’ und braucht dabei eine interessante Metapher. "Auf, Zion, die du wohnst bei der Tochter Babel, entrinne!  Denn so spricht der Herr Zebaoth, der mich gesandt hat, über die Völker, die euch beraubt haben: Wer euch antastet, der tastet meinen Augapfel (Pupille) an." Beachte, dass wir die Welt durch die Pupille unseres Auges sehen. Gott betrachtet die Welt durch Seinen auserwählten Filter – Sein Volk und Sein Land.

Sach 12,2-3.9:

"Siehe, ich will Jerusalem zum Taumelbecher zurichten für alle Völker ringsumher, und auch Juda wird’s gelten, wenn Jerusalem belagert wird. Zur selben Zeit will ich Jerusalem machen zum Laststein für alle Völker. Alle, die ihn wegheben wollen, sollen sich daran wund reißen; denn es werden sich alle Völker auf Erden gegen Jerusalem versammeln ... Und zu der Zeit werde ich darauf bedacht sein, alle Heiden zu vertilgen, die gegen Jerusalem gezogen sind." 

Diese Prinzipien der Schrift vor Augen haben

Hier folgen weitere Verse, die ich aus Zeitgründen während der Konferenz nicht anführen konnte. Selbstverständlich kann der Heilige Geist Fürbittern Schriftstellen zeigen, die sie im Gebet verwenden können, aber es ist hilfreich, wenn man sie erst einmal kennt.

4 Mose 23,19-20:

Bileam spricht zu Balak, der ihn bezahlt, damit er Israel verfluchen soll: "Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und es nicht halten? Siehe, zu segnen habe ich den Auftrag empfangen; denn er hat gesegnet, und ich kann es nicht abwenden!"

Josua 23,3:

Am Ende seines Lebens sagt Josua zu den Stämmen Israels: "Und ihr, ihr habt alles gesehen, was der HERR, euer Gott, allen diesen Nationen euretwegen getan hat. Denn der HERR, euer Gott, er ist es, der für euch gekämpft hat."

Psalm 79,6-7:

Auf der Grundlage von Gottes Verheißungen bittet Gott Asaph, einige der Nationen zu richten wegen ihres Umgangs mit Israel: "Schütte deinen Zorn aus über die Nationen, die dich nicht erkennen, auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen! Denn sie haben Jakob aufgezehrt, und seine Wohnung verwüstet."

Jes 41,10-14:

Gott sagt zu dem „Würmlein“ Jakob: "Fürchte dich nicht; denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Siehe, zuschanden und zu Spott (gedemütigt und verwirrt) werden alle, die wider dich zürnten; es werden zunichte und kommen um die Männer, die mit dir zankten. Du wirst sie suchen, aber nicht finden, die Leute, welche mit dir haderten; wie nichts und gar nichts werden die Männer, die wider dich stritten. Denn ich, der HERR, dein Gott, ergreife deine rechte Hand und sage dir: Fürchte dich nicht; ich helfe dir! Erschrick nicht, du Würmlein Jakob, du Häuflein Israel; denn ich helfe dir, spricht der HERR, und dein Erlöser ist der Heilige Israels."

Jes 47,6:

Gottes Gericht über die „Jungfrau, Tochter Babylon“ (Vers 1) ist das Ergebnis ihres Umgangs mit Israel. Israel wurde ihnen zwar zum Gericht übergeben, aber Gott zieht Babylon zur Rechenschaft, weil sie sich erbarmungslos an Israel vergangen haben. "Ich war über mein Volk so erzürnt, dass ich mein Erbteil entweihte und in deine Gewalt gab; du aber hast ihnen keine Barmherzigkeit bewiesen, sondern auch auf den Greis ein schweres Joch gelegt" (Jes 47,6). Vieles aus diesem Kapitel wird in der Offenbarung wiederholt – dort wird das endgültige Gericht an Babylon vollzogen. Deshalb ist es biblisch richtig wenn man sagt, dass das Gericht über das babylonische System am Ende der Tage damit verbunden ist, wie die Nationen mit Israel umgehen. Daran muss auch der Apostel Johannes, der Autor der Offenbarung, gedacht haben, weil das, was er von dem Herrn Yeshua bekommt, sich auf den Tenach bezieht. Siehe dazu die unten zitierten Verse aus Jermia 50 und 51.

Jes 49,24-26:

Der Zusammenhang dieser Verse ist die Rückkehr des jüdischen Volkes in ihr Land (Verse 22-23). Zu dieser zeit spricht Gott zu Jakob/Israel: "Kann auch einem Riesen sein Raub genommen werden? Und können rechtmäßig Gefangene entrinnen? Ja, so spricht der HERR: Die Gefangenen sollen dem Riesen genommen werden, und der Raub des Tyrannen soll entrinnen; denn ich will hadern mit dem, der mit dir hadert (oder: Dein Widersacher ist), und deine Kinder will ich erretten. Ich will deine Bedrücker (die Gewalttätig an dir handeln) mit ihrem eigenen Fleische speisen und sie mit ihrem eigenen Blute wie mit Most berauschen; und alles Fleisch soll erkennen, dass ich, der HERR, dein Erretter bin und dein Erlöser, der Starke Jakobs."

Wir haben gesehen, wie das wörtlich zustande gekommen ist, wenn Moslems immer wieder feiern, wenn ihre Söhne und Töchter bei dem Versuch umkommen, Juden zu ermorden. Lasst uns auch festhalten, dass das letztendliche Ziel Gottes bei der Verteidigung Israels das ist, was in Hes 36 genannt wird – die Verherrlichung Seines Namens – damit alle Nationen erkennen, dass YHWH, der Gott Israels, allein Gott ist.

Jer 2,3:

In diesem Vers fügen die meisten englischen (und deutschen) Übersetzungen ein Wort ein. Dadurch sieht es dann so aus, als ob Gott über etwas sprechen würde, was in der Vergangenheit geschah. Im Hebräischen aber heißt es: „Israel – Heiligkeit dem Herrn“! Dies ist eine Aussage der Gegenwart – Tatsache. Das hebräische Konzept von "Heiligkeit" bedeutet im Kern "abgesondert sein". Gott hat Israel von allen anderen Nationen abgesondert, damit sie Sein Eigentum seien. Deshalb bleibt Israel Sein Eigentum – auch wenn ihr Verhalten Ihm nicht gefällt. Hier eine Übersetzung des Verses, so wie man ihn im Hebräischen versteht: "Israel – Heiligkeit dem Herrn, Erstlingsfrucht seiner Ernte. Wer davon isst (Israel), macht sich schuldig; Unheil soll über ihn kommen, spricht der HERR."

Jer 30,11-17:

An diesen Versen kann man die absolute Notwendigkeit erkennen, die Bibel im Zusammenhang zu lesen. Zuerst fragt Gott Israel, warum sie sich darüber beschweren, dass sie gezüchtigt werden: "Was schreist du über deinen Schaden und deinen unheilbaren Schmerz? Weil deine Schulden so groß und deine Sünden so zahlreich sind, habe ich dir solches getan!" (30,15). Dann ändert Gott Seine Zielrichtung. Es ist wie bei Eltern, die ihre Kinder züchtigen – aber wehe jedem Fremden, der die Kinder antastet: "Darum sollen alle, die dich fressen, gefressen werden, und man wird alle deine Feinde gefangen führen; alle, die dich plündern, sollen geplündert werden, und alle, die dich berauben, will ich zum Raube machen" (30,16).

Jer 50 und 51:

Lies die folgende Auswahl an Versen aus diesen beiden Kapiteln und rufe dir in Erinnerung, was oben zu Jes 47,6 gesagt wurde in Bezug auf Gottes Zorn über Babylon und all das, was Babylon repräsentiert. Auch wenn Gott Babylon erhoben hatte, um Sein Werkzeug des Gerichts gegen Sein widerspenstiges Volk zu sein, brachte ihre Haltung - ihr Unbarmherzigkeit an denen, die Gott ihnen auslieferte – sowie die Tatsache, dass ihre Leiter ihren Göttern die Ehre dafür gaben anstatt dem Gott Israels - Gottes Hand des Gerichts auch über Babylon 

Jer 50,6-7:

"Mein Volk war wie verlorene Schafe; ihre Hirten haben sie irregeführt, dass sie ... ihre Ruheplätze vergessen. Wer sie fand, fraß sie auf, und ihre Feinde sprachen: Wir verschulden uns nicht; sondern sie haben sich an dem HERRN versündigt, an der Aue der Gerechtigkeit, an der Hoffnung ihrer Väter, am HERRN!"

Ist das nicht auch ein Bild für die Haltung der Gemeinde in den vergangenen 1800 Jahren – sie hat das jüdische Volk verfolgt , aber sich damit entschuldigt, dass sie sagte, dies sei keine Sünde, weil die Juden den Christus, den Messias, abgelehnt und getötet hätten?

Jer 50,8-11:

"Fliehet aus Babels Mitte und ziehet hinweg aus dem Lande der Chaldäer ... Denn siehe, ich erwecke im nördlichen Lande ein Heer großer Völker und lasse sie gen Babel hinaufziehen ... Also soll Chaldäa zur Beute werden, dass alle, die es plündern, genug bekommen sollen, spricht der HERR. Denn du freutest dich und frohlocktest, als du mein Erbe plündertest."

Dies hört sich genau an wie das, was heute viele Moslems tun – besonders, aber nicht ausschließlich die palästinensischen Moslems – die sich freuen, wenn Terrorangriffe gegen israelische Zivilisten erfolgreich sind. 

Jer 50,14-15:

Hier sagt Gott, dass er es persönlich nimmt, wie die Nationen Israel behandelt haben; Er bezeichnet Sein Gericht als Rache.

"Stellet euch ringsum wider Babel auf, ihr Bogenschützen alle! Schießt nach ihr, sparet die Pfeile nicht! Denn sie hat wider den HERRN gesündigt. Erhebet ringsum Kriegsgeschrei wider sie! Sie muss sich ergeben; ihre Grundfesten fallen, ihre Mauern werden geschleift. Denn das ist die Rache des HERRN. Rächet euch an ihr! Tut ihr, wie sie getan! (Jes 34,8: Denn das ist der Tag der Rache des HERRN, das Jahr der Vergeltung, zur Rache für Zion.)"

Jer 51,24:

"Nun aber will ich Babel und allen Bewohnern Chaldäas alles Böse vergelten, das sie Zion angetan haben, vor euren Augen, spricht der HERR."

Die Verse 19-23 scheinen anzudeuten, dass zu einer bestimmten Zeit in der Zukunft, möglicherweise in diesen letzten Tagen, Gott es diesen Dienern des Geistes Babylons heimzahlt, indem Er Israel als Seine „Streitaxt“ und Seine „Kriegswaffe“ einsetzt. 

Jer 51,35-37:

"Was ich an Unrecht und Schaden erlitt, komme über Babel! , so sollen die Bürger Zions sagen. Mein Blut komme über die Bewohner Chaldäas! , so soll Jerusalem sagen. Darum — so spricht der Herr: Ich selber führe deine Sache und will dich rächen. Ich lasse seinen Strom vertrocknen und seine Quelle versiegen. Babel wird ein Trümmerhaufen, eine Behausung für die Schakale, ein Ort des Entsetzens und des Spottes, wo niemand wohnt."

Jer 51,49:

"Wie Babel darauf ausging, dass Erschlagene Israels fielen, so werden wegen Babel Erschlagene [auf] der ganzen Erde fallen."

Hes 25-28:

In diesen Kapiteln werden Ammon (25,2-7), Moab (25,8-11), Edom (15,12-14, vergl. Obadja 1,10-16), die Philister (25,15), Tyros (26,2-3) und Sidon (28,21-24) gerichtet wegen dem, was sie dem Volk Gottes angetan haben. Gott fasst das in einer ermutigenden Prophetie zusammen (Hes 28,25-26), die die Errettung Israel mit Seinem Gericht an Israels Feinden verbindet: "So spricht Gott, der HERR: Wenn ich das Haus Israel wieder sammle aus den Völkern, unter welche sie zerstreut worden sind, so werde ich mich an ihnen heilig erweisen vor den Augen der Heiden, und sie sollen in ihrem Lande wohnen, welches ich meinem Knechte Jakob gegeben habe. Ja, sie sollen sicher darin wohnen, Häuser bauen und Weinberge pflanzen; ja, sie werden sicher wohnen, wenn ich an allen denen rings um sie her, welche sie verachten, das Urteil vollziehen werde; alsdann werden sie erfahren, dass ich, der HERR, ihr Gott bin."

Hes 29,6-8:

Zum Schluss eine Warnung an all die sogenannten Freunde Israels – wie die USA und die EU – Ägypten wird gerichtet, weil es ein unzuverlässiger Verbündeter gewesen ist: "Dann sollen alle Einwohner Ägyptens erkennen, dass ich der HERR bin, weil sie für das Haus Israel ein Rohrstab gewesen sind. Wenn sie dich in die Hand nahmen, so knicktest du ein und durchstachst ihnen die ganze Schulter; und wenn sie sich auf dich lehnten, so zerbrachst du und machtest ihre Lenden wanken. Darum spricht Gott, der HERR, also: Siehe, ich will das Schwert über dich bringen und Menschen und Vieh in dir ausrotten."

Sach 1,14b-15:

Wie das auch schon im Zusammenhang mit Babylon erwähnt wurde: Gott benutzt manchmal Nationen, um Sein Gericht an Israel zu vollziehen, aber er zürnt, wenn diese dann die Sache in ihre Hand nehmen und glauben, sie hätten freie Hand, das Volk völlig zu vernichten. "So spricht der HERR der Heerscharen: Ich eifere für Jerusalem und für Zion mit großem Eifer und bin sehr erzürnt über die gleichgültigen Nationen; denn als ich nur ein wenig erzürnt war, halfen sie zum Unglück!"

Andere Verse offenbaren ebenfalls diese theologische Wahrheit, dass Gott Nationen nach ihrem Umgang mit Israel richtet. Hier einige weitere Stellenangaben: Jes 17,12-14; 43,14; 47,1-6; 54,14-17; Jer 10,24-25; Joel 4,19; Zephanja 2,8-10.

Aber es gibt Hoffnung!

Inmitten der gegenwärtigen Gerichte Gottes gibt es Hoffnung für Deine Nation – Dich, dass Du in den Riss trittst, um Sein Erbarmen bittest und die Sünde bekennst, wegen der Deine Nation unter Gericht ist. Gibt es auch in Deiner Nation diese verursachende Wurzelsünde, gegen die verheißene Wiederherstellung des Volkes Gottes in Seinem Land Widerstand zu leisten?

Schließlich sagt ja die Prophetie voraus, dass der Messias Yeshua zurückkehrt und Sein Königreich auf der Erde aufrichtet – und das geschieht, wenn ein gerettetes Israel Ihn von einem Jerusalem aus willkommen heißt, das nicht länger unter der Herrschaft von Heiden ist (Matth 23:37-39). Aus diesem Grund eifert Gott sosehr darum, dass Israels Wiederherstellung zustande kommt. Dies ist ebenso das Ergebnis eines 2000 Jahre alten Gebets, dass der Leib des Messias an den Vater richtet: „Möge Dein Königreich kommen und Dein Wille geschehen auf der Erde so, wie er im Himmel getan wird“. Amen.

Chuck & Karen Cohen
Jerusalem, Mai 2013